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Koronare Herzkrankheit
 

Was Sie tun sollten,
wenn bei Ihnen solche Risikofaktoren bestehen

Wenn Ihre Cholesterinwerte im Blut erhöht sind, so können Sie zuerst Ihre Essgewohnheiten umstellen, indem Sie besonders cholesterinarme, das heißt pflanzliche Speisen bevorzugen, sich regelmäßig körperliche belasten und Ihr Körpergewicht normalisieren. Hierbei empfiehlt es sich, nach dem Motto vorzugehen:
Gemüse als Hauptgericht, Fleisch als Beilage. Zur Liste günstiger Lebensmittel hier klicken
Ziel ist es, das schlechte LDL-Cholesterin unter 130 mg/dl zu senken.
Sind die Kranzgefäße oder andere Schlagadern (z.B. am Hals oder an den Beinen) bereits erkrankt oder ist ein Herzinfarkt schon abgelaufen,
so legen Sie
strengere Maßstäbe an die Senkung Ihres Cholesterins an
Zielist es dann, das schlechte LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl zu senken.
Eine fleischarme, gemüsereiche Ernährung, wie sie in den ländlichen Gebieten am Mittelmeer üblich ist, kann die Herzinfarkt stark vermindern Wir wissen, dass die Menschen, die im Mittelmeerraum leben, die wenigsten Herzinfarkte in Europa haben, Spitzenreiter ist dabei Kreta
(auf der Karte an der unteren Kante in grauer Farbe)

Häufigkeit von Herzinfarkten bei Männern pro 100.000 Einwohner 1995
(Quelle: Europ H J 1997;18:1231)
Je mehr die Farbe Rot erscheint um so häufiger kommt es zu Herzinfarkten bei den Männern in diesen Ländern. Grau ist die niedrigste Häufigkeit. 

Orientieren Sie Ihre Essgewohnheiten an der gemüsereichen, stark olivenölhaltigen Mittelmeerküche, vermeiden Sie einseitige, meist nicht lange durchzuhaltenden Diäten!
Ist dies nicht mit einer sorgfältigen Ernährung möglich, so erreichen Sie Ihr Ziel es fast immer, wenn Sie zusätzlich in ausreichender Menge cholesterinsenkende Medikamente einnehmen. Näheres sie unter: Assmann-stiftung.de in der Broschüre Herzgesund Essen Wenn Sie rauchen oder mit Rauchern zusammenleben, so stellen Sie das Rauchen ein und vermeiden Sie auch konsequent passives Mitrauchen.

Besonders wichtig!! Bleiben Sie Nichtraucher oder werden Sie es!

Zuerst das Rauchen aufgeben, auch wenn man vielleicht vorübergehend etwas dicker wird und dann wieder abnehmen, das ist der richtige Weg! Eine vorübergehende Gewichtszunahme bei der Raucherentwöhnung ist häufig. Daher ist es die richtige Strategie zuerst das Rauchen aufzugeben und danach, wenn notwendig, wieder abzunehmen. 

Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt über moderne Methoden der Raucherentwöhnung beraten. Besonders Erfolg versprechend sind Behandlungen in Form einer medikamentös unterstützten psychologischen Verhaltenstherapie (z.B. Nikotinpflaster, Medikamente und fachmännisches Entwöhnungstraining durch speziell ausgebildete Psychologen). Medikamente allein sind bei weit über 80% der Versuche auf Dauer wirkungslos! Hilfreich kann es auch sein z.B. das Buch "Endlich Nichtraucher" zu lesen.

Das Körpergewicht dauerhaft zu reduzieren ist eher eine Kunst als eine Wissenschaft. Daher bedarf dies besonderer Willensstärke, Anstrengung und Durchhaltevermögen.
Falls Sie wirklich entschlossen sind, Ihr Körpergewicht langfristig zu reduzieren, so können diese Hinweise eine Grundlage sein. Und denken Sie auch daran, wissenschaftliche gesehen sollte man ohnehin nicht mehr als ein halbes bis höchstens ein Pfund abnehmen.

Überlegen Sie, in welchen täglichen Speisen Fette enthalten sind (dies gilt u.a. auch für Schokolade!).   Überlegen Sie, wo sie jeden Tag etwas Fett in der Nahrung einzusparen können. Probieren sie dies eine Weile aus, ob das mit dem gewählten geht oder nehmen Sie ein anderes Nahrungsmittel. Dann verschaffen Sie sich eine Möglichkeit, sich dauerhaft täglich zusätzliche Bewegung zu verschaffen. Hierzu ist es nicht notwendig, spezielle Sportkleidung anzuziehen. Strassenkleidung reicht aus. Gehen sie so täglich 20 Minuten zügig spazieren gehen. Wählen Sie das Tempo so, als ob Sie eilig zur Bushaltestelle unterwegs wären. Sie sollten dabei etwas "warm" werden. Dies sollte für die langsame, aber zuverlässige Gewichtsabnahme und eine verbesserte Zusammen- setzung der Cholsterinwerte genügen. Bewegen Sie sich, auch wenn eventuell die Hüfte oder das Knie etwas zwackt!

Ein zusätzlicher Tipp: Schauen Sie sich die Essgewohnheiten eines Menschen in Ihrer Nähe sorgfältig an, der ohne Mühe sein Körpergewicht normal hält, er könnte ein Vorbild für Sie sein. Spezielle Diäten führen fast nie zu einem dauerhaften Erfolg. 

Im Internet finden Sie eine große Zahl von Kalorien-, Fett- und Körpergewicht-Rechnern, die jedoch mit Vorsicht zu behandeln sind, da sie in großem Umfang Werbung für meist wenig gründlich auf ihre Wirkung und Unbedenklichkeit untersuchte Diäten oder andere fragwürdige Gesundheitsmittel oder Nahrungsersatzstoffe enthalten. 

Je einseitiger eine Diät und je größer die Abnehmerfolge , die ihre Erfinder versprechen, desto ungeeigneter und ist sie für eine gesunde und dauerhafte Gewichtsabnahme. Es ist völlig gleichgültig, ob Sie fast vollständig auf Kohlenhydrate oder auf Fette verzichten bzw. sich fast ausschließlich von Kohlsuppe oder Ananas ernähren sollen. Machen Sie einen Bogen um alle „Diät-Extremisten“!

Falls das mit dem Abnehmen nicht so richtig klappt, dann sind Sie auf jeden Fall
als ein  "körperlich fitter Dicker" besser dran als ein "schlapper Dünner"!!!

Ein in Ruhe regelmäßig erhöhter Blutdruck über 140/90 mmHg ist eine Krankheit
Er verursacht keine Schmerzen, jedoch leiden Herz und Schlagadern beträchtlich darunter. Wenn Sie Ihr Körpergewicht normalisieren, Ihren Alkoholgenuss einschränken, Schlafentzug meiden, wenig Salz zu sich nehmen und regelmäßig die eventuell notwendigen Medikamente in der verordneten Menge einnehmen, kann der Blutdruck gemeinsam mit Ihrem Arzt stets erfolgreich normalisiert werden. Wenn Sie selbst zusätzlich zu Hause Ihren Blutdruck messen, gelingt seine Einstellung besonders gut und zuverlässig. Notieren Sie z.B. die Messwerte direkt vor der Tabletteneinnahme und 2 Std. später für Ihren Hausarzt.

Das Herzinfarktrisiko steigt, wenn in der eigenen Familie Herzinfarkt in Alter unter 60 Jahren aufgetreten sind. Sind in Ihrer Familie bereits Herzinfarkte aufgetreten (dies gilt in besonderem Maße, wenn sie bei Männern vor dem 60. Lebensjahr und Frauen vor dem 70. Lebensjahr), so ist die Gefahr, dass Sie im Laufe Ihres Lebens ebenfalls einen Herzinfarkt erleiden, besonders groß. Es ist daher besonders gut, wenn Sie die oben genannten Risikofaktoren besonders ernst nehmen und die gegebenen Ratschläge selbst und auch mit Ihrer gesamten Familie sorgfältig befolgen. Seien Sie für Ihre Familie ein Vorbild!

Seien Sie mindestens drei mal wöchentlich für etwa eine halbe bis drei viertel Stunde körperlich aktiv!
Wie schon oben beschrieben wurde, soll an dieser Stelle noch einmal betont werden, dass die körperliche Bewegung eine wichtige Hilfe ist, das gute HDL-Cholesterin im Blut zu erhöhen, dem Herzen durch Geschicklichkeitstraining die Arbeit zu erleichtern und auch das Körpergewicht normal zu halten. Dafür sind als Minimum bereits dreimal wöchentlich Belastungen von 30 bis 60 Minuten Dauer ausreichend (z. B. zügiges Spazieren gehen, Wandern, Joggen, Radfahren, Schwimmen, Gymnastik). Nach Möglichkeit sollten Sie die Aufzüge meiden und die Treppen benutzen sowie regelmäßig in Haushalt und Garten tätig sein (Merksatz: "Jeder Gang(k) macht schlank"). Die Belastungsgrenze wird bei Herzkranken erreicht, wenn Angina pectoris auftritt oder während der Belastung ein längerer Satz nicht mehr in Ruhe ohne Pause gesagt werden kann ohne nachher tief Luft holen zu müssen (Beispiel: "Es geht mir noch gut, und ich bekomme auch genügend Luft.")

Das ganze in Zahlen ausgedrückt heisst, ein gutes Ziel wäre es, pro Woche 1500 - 2200 Kalorien durch körperliche Bewegung zu verbrauchen. Die große Menge an Kalorien verbrauchen wir zur Erhaltung der Körpertemaperatur und der anderen Körperfunktionen. Durch die alltägliche Bewegung, wenn wir keine Aufzüge und Rolltreppen nutzen und alle Wege unter 500 m Distanz zu Fuss gehen, werden etwa 1200 Kalorien pro Woche verbraucht. Wenn Sie 30 Minuten zügig zu Fuss gehen werden sie je nach Körpergewicht etwas 200 - 250 Kalorien verbrauchen. 

Ganz hilfreich ist auch für die etwas technisch orientierten Menschen ein Schrittzähler. Dieses kleine Kästchen mechanisch aufgebaut oder mit Batterie zählt automatisch die Schritte. Es wird am Hosenbund oder Gürtel festgemacht. Wenn man dann die tägliche Schrittmenge kennen gelernt hat, ist es ein lohnendes Ziel, täglich 3000 Schritte mehr zu machen, dies entpspricht einem Spaziergang von etwa einer halben Stunde. Auch diese relativ geringe tägliche Zusatzaktivität hilft gut, wie wisschenaftlich belegt, den Kreislauf zu stärken und die Zusammensetzung des Blutes zu verbessern. Hierzu gibt es auch eine seit mehreren Jahren laufende Aktion des Bundesgesundheits Ministeriums mit guten Zusatzinformationen ( www.die-praevention.de)

Falls Sie hierzu weitere Fragen haben,
wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt und Ihren Kardiologen

Letzte Bearbeitung durch Dr. Leuner am 20.01.2008

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