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Koronare Herzkrankheit
 

Die Bypassoperation

Sind mehrere Einengungen der Herzkranzgefäße vorhanden, so ist die Bypassoperation die richtige Behandlung.
Diese Operation ist empfehlenswert, wenn eines oder mehrere der Herzkranzgefäße sehr stark eingeengt oder verschlossen sind und nicht durch eine Ballon aufgedehnt oder wieder eröffnet werden können. Ziel der einer solchen Herzoperation ist es, bestehende Beschwerden in Form der Angina Pectoris zu beseitigen oder zu vermindern und Herzinfarkte zu verhindern und wenn möglich, die Lebenserwartung zu verlängern.

Körpereigene Adern überbrücken die engen Stellen der Herzkranzgefäße.
Bei der Operation werden die erkrankten Herzkranzgefäßabschnitte durch körpereigene Ersatzadern überbrückt entweder Adern, die aus dem Bein entnommen werden (Venen) oder eine Schlagader (Arteria mammaria interna), die von der Rückseite der Brustwand stammt. Obwohl es sich hierbei um eine große und technisch aufwendige Operation handelt, stehen die meisten operierten Patienten am Tag nach der Operation das erste Mal aus dem Bett auf und werden häufig schon nach einer Woche in die Rehabilitationsklinik entlassen. Insgesamt birgt diese Operation heute nur noch ein geringes Risiko. Sie ist, wie schon gesagt, etwa 30 mal ungefährlicher als ein Herzinfarkt. In der Regel verlaufen weit über 90% aller Bypassoperationen mit dem gewünschten Erfolg. Operationen bei Menschen, die wesentlich älter als 80 Jahre alt sind, gehören heute schon zum Alltag der Herzchirurgen.


Unterschiedliche Techniken der Bypassoperation

Auch nach der erfolgreichen Bypassoperation ist es wichtig, die Gefäße zu pflegen.
Bereits wenige Wochen nach erfolgter Operation sind Herz und Brustkorb völlig verheilt. Der Patient kann wieder ein normales Leben aufnehmen und die Verbesserung seiner Leistungsfähigkeit nutzen. Unverändert sind alle Maßnahmen zur Behandlung und Vorbeugung gegen das Fortschreiten der koronaren Herzerkrankung mit großer Sorgfalt beizubehalten und, wenn notwendig, zu vervollständigen. Auch die Bypassgefäße bleiben dann länger offen. Die Grenzen seiner Belastbarkeit und die auf Dauer noch notwendigen Medikamente erfährt der bypassoperierte Patient im Gespräch mit seinem behandelnden Kardiologen und Hausarzt. Regelmäßige, meist jährliche Kontrolluntersuchungen bei einem kardiologisch speziell geschulten Arzt sind von großem Nutzen, um rechtzeitig neue Störungen zu erkennen und auch an den zahlreichen medizinischen Fortschritten bei der Behandlung Herzkranker frühzeitig teilhaben zu können. Die alltägliche Behandlung, insbesondere auch die Kontrolle der Effektivität der Behandlung der Risikofaktoren, erfolgt selbstverständlich durch den Hausarzt.

So sehen die Bypassgefäße im Computer Tomogramm (CT)aus


Stichwort: Minimal invasive (Knopfloch-) Chirurgie
Heute und in der näheren Zukunft weiter zunehmend, sind Herzoperationen noch schonender und mit immer größerer Präzision durchführbar, da technische Hilfsmittel, wie spezielle, fernsteuerbare Operationsgeräte, entwickelt werden. Immer mehr Operationen können direkt am weiterschlagenden Herzen ausgeführt werden, ohne daß die für den gesamten Organismus recht belastende Herz-Lungenmaschine eingesetzt werden muss. Daher können in weiter zunehmender Zahl auch schwerstkranke und sehr alte Menschen mit gutem Erfolg behandelt werden. Es werden Operationen mit nur kleinen Operationsnarben möglich, obwohl zur Zeit noch nicht sicher ist, ob die hohe Qualität der bisherigen Operationstechnik dabei erreicht wird. Hierbei werden in günstigen Einzelfällen nur einzelne große Gefäße mit einem Bypass versorgt, während die verbliebenen Kranzgefäße nach der Operation mit einer Ballondehnung behandelt werden.

Unter die Haut eingepflanzte Neurostimulatoren bekämpfen erfolgreich die Angina pectoris.
Eine der besonders vielversprechenden Behandlungsmöglichkeiten für diese Patienten mit schwerster Angina pectoris ist die Implantation von speziellen Nervenreizgeräten (Neuro-Stimulatoren), die wie ein Herzschrittmacher unter die Haut eingepflanzt werden. Über feine Elektroden können die Schmerznerven des Herzens beim Eintritt in das Rückenmark so beeinflusst werden, dass der Schmerz nicht mehr im Gehirn ankommt und daher auch nicht mehr verspürt wird. Der Stimulator wird durch den Patienten selbst mit einer Fernsteuerung aktiviert. Es handelt sich im Prinzip um ein sehr nebenwirkungsarmes Schmerzmittel. Ähnliche Geräte sind auch schon viele Jahre bei der Behandlung schwerster, schmerzhafter Wirbelsäulenerkrankungen erfolgreich im Einsatz. Mit diesem Verfahren verfügen in Deutschland bisher nur einzelne kardiologische Kliniken über umfangreichere eigene Erfahrungen. Weiterführende Hinweise finden Sie z.B. auf speziellen der Webseite der Kardiologischen Poliklinik des Universitätsklinikums Charité in Berlin.

Ein Blick in die Zukunft zeigt erste Möglichkeiten durch Gentherapie oder Zellverpflanzung den Infarkt wieder Rückgängig zu machen
Für geeignete Patienten ist auch eine Behandlung mit gentechnisch gewonnen biologischen Stoffen in der Entwicklung. Diese Stoffe sollen das Wachstum von Gefäßen in der Herzmuskulatur anregen. Sie werden während einer Herzoperation direkt von außen in den Herzmuskel oder mit Hilfe von Spezialkathetern in die Herzkranzarterien oder innen von der Herzkammer aus in den Herzmuskelwand eingespritzt. Die ersten Ergebnisse sind bisher ermutigend, aber für die Behandlung noch nicht ausreichend erprobt. Die direkte Verpflanzung von Muskelzellen in die vernarbte Herzmuskulatur befindet sich ebenfalls in der Erprobung. Angesichts der gigantischen weltweiten wissenschaftlichen Anstrengungen für die Verbesserung der Behandlung von der Erkrankung der Herzkranzgefäße und deren Verhütung, sind in naher Zukunft weitere erfolgversprechende Behandlungsverfahren zu erwarten. Es ist dabei aber auch wie bisher besonders wichtig, diese erst nach längerer kritischer Prüfung in die Alltagsbehandlung aufzunehmen

Letzte Bearbeitung durch Dr. Leuner am 15.01.2008

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